⚡ Kurz erklärt
Skontobetrag = Rechnungsbetrag × Skontosatz ÷ 100. Bei 2 % Skonto auf 10.000 € sparen Sie 200 € und zahlen 9.800 €. Der Verzicht auf Skonto entspricht einem Jahreszins von 36,7 % (2 % für 20 Tage früher zahlen) – Skonto zu ziehen lohnt sich daher fast immer, notfalls per Kontokorrentkredit.
Skonto berechnen: Formel, Beispiel und der „versteckte“ Zinssatz
Skonto ist ein Preisnachlass, den ein Lieferant gewährt, wenn eine Rechnung innerhalb einer kurzen Frist bezahlt wird – typisch sind „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto“. Skonto ist kein Geschenk, sondern die Vergütung für einen entgangenen Lieferantenkredit. Wer den Skonto nicht nutzt, zahlt für die 20 zusätzlichen Tage einen erstaunlich hohen Zinssatz.
Formel für den Skontobetrag
Zahlbetrag = Rechnungsbetrag − Skontobetrag
Beispiel: 2.500 € Rechnungsbetrag, 2 % Skonto → 50 € Ersparnis, Zahlbetrag 2.450 €.
Effektiver Jahreszins des Skontos
Bei 2 % Skonto, 10 Tagen Skontofrist und 30 Tagen Zahlungsziel: 2 ÷ 98 × 360 ÷ 20 = 36,7 % p. a. Bei 3 % Skonto sind es sogar 55,7 %. Selbst ein Kontokorrentkredit mit 12 % ist deutlich günstiger – Unternehmen sollten Skonto daher konsequent ziehen, notfalls über den Kreditrahmen.
Skonto in der Buchhaltung
- Skonto mindert die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer. Bei 2.500 € brutto (19 %) und 50 € Skonto entfallen 42,02 € auf das Netto und 7,98 € auf die Umsatzsteuer, die entsprechend korrigiert wird (§ 17 UStG).
- Beim Käufer wird der Skonto als „erhaltene Skonti“ gebucht und reduziert die Anschaffungskosten; beim Verkäufer als „gewährte Skonti“ (Erlösschmälerung).
- Die Skontofrist beginnt in der Regel mit dem Rechnungsdatum; maßgeblich ist meist der Zahlungseingang. Prüfen Sie die AGB des Lieferanten.
Skonto vs. Rabatt vs. Bonus
Ein Rabatt wird sofort vom Listenpreis abgezogen (Mengen-, Treue- oder Aktionsrabatt). Skonto belohnt schnelle Zahlung. Ein Bonus wird nachträglich gewährt, meist am Jahresende bei Erreichen einer Umsatzschwelle. Mehr zur Rabattberechnung finden Sie im Prozentrechner.
Handwerker- und Bauleistungen
Bei Bauleistungen wird Skonto häufig nur auf den Nettobetrag vereinbart, und manche Verträge schließen ihn für Abschlagszahlungen aus. Die VOB/B sieht Skonto nur bei ausdrücklicher Vereinbarung vor.
Wann, wie & warum – Skonto-Rechner richtig nutzen
Wie berechne ich Skonto, wenn in der Rechnung „2 % Skonto innerhalb 10 Tagen, 30 Tage netto“ steht?
Zahlen Sie innerhalb von 10 Tagen nach Rechnungsdatum, dürfen Sie 2 % vom Rechnungsbetrag abziehen: 3.570 € brutto − 71,40 € = 3.498,60 €. Ab dem 11. Tag ist der volle Betrag fällig, spätestens am 30. Tag. Der Rechner zeigt Ihnen zusätzlich das letzte Skontodatum und den effektiven Jahreszins der Skontofrist.
Warum sagt jeder Steuerberater, Skonto immer zu ziehen?
Weil 2 % Nachlass für 20 Tage frühere Zahlung einem Jahreszins von 36,7 % entsprechen, 3 % sogar 55 %. Kein Kontokorrentkredit ist so teuer (typisch 8–12 %). Wer die Rechnung mit dem Dispo bezahlt und Skonto zieht, macht also trotzdem ein Plus – bei 10.000 € und 20 Tagen Kontokorrent zu 10 % kostet der Kredit 55 €, das Skonto bringt 200 €.
Wann beginnt und endet die Skontofrist genau?
Im Zweifel mit dem Rechnungsdatum (nicht dem Zugang), gezählt in Kalendertagen inklusive Wochenenden. Fällt der letzte Tag auf Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt sich das Fristende nach § 193 BGB auf den nächsten Werktag. Entscheidend ist der Geldeingang beim Lieferanten bzw. die rechtzeitige Überweisung – klären Sie das am besten im Vertrag.
Wo wird Skonto in der Buchhaltung gebucht – vom Brutto oder Netto?
Skonto wird vom Bruttobetrag berechnet und mindert auch die Umsatzsteuer. Bei 2 % auf 1.190 € brutto beträgt der Skonto 23,80 €, davon 20 € Nettominderung und 3,80 € Vorsteuerkorrektur. In SKR03/SKR04 buchen Käufer auf „Erhaltene Skonti“ (Aufwandsminderung), Verkäufer auf „Gewährte Skonti“ (Erlösschmälerung).
Was ist der Unterschied zwischen Skonto, Rabatt und Bonus?
Skonto ist ein Nachlass für schnelle Zahlung, Rabatt ein sofortiger Preisnachlass (Mengen-, Treue- oder Aktionsrabatt) und Bonus eine nachträgliche Rückvergütung am Jahresende bei Erreichen eines Umsatzziels. Rabatt wird zuerst vom Listenpreis abgezogen, Skonto danach vom Rechnungsbetrag.